In meinem letzten Beitrag habe ich euch erzählt, dass Mrs. Puschel, das rote Eichhörnchen, wieder in den Kobel vor unserem Wohnzimmerfenster eingezogen war. Wir waren wirklich glücklich darüber und hofften, so deutlich mehr von ihr sehen zu können.
Es war inzwischen Ende März und ich hatte angefangen, die Regenrinne und die Pflanzen auf unseren beiden Balkonen von alten Blättern zu befreien. Dabei entdeckte ich versteckte Nüsse in der Regenrinne und in einer Erdbeerpflanze auf unserem oberen Balkon. Richy und ich waren sehr erstaunt, dass diese kleinen Kletterkünstler es tatsächlich schaffen, auf unsere Balkone zu kommen. Wirklich bewundernswert, denn die Äste des nächsten Baums sind doch in einiger Entfernung. Sie müssen also den Weg über die Regenrinne nehmen und diese nach oben klettern.
Wir hatten bereits damit begonnen, Nüsse und Sonnenblumenkerne sowie eine Schale mit Wasser auf unserem Garagendach zu platzieren, und konnten beobachten, dass dies von den Eichhörnchen sehr gut angenommen wurde. Immer wieder konnten wir eines der Eichhörnchen unten auf dem Garagendach beim Futtern oder Trinken beobachten.
Seit wir jedoch wussten, dass auch Eichhörnchen auf unsere Balkone kommen, haben wir hier das Gleiche gemacht. Und seitdem haben wir fast täglich Besuch von Mrs. Puschel, dem roten Eichhörnchen.
Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie sehr wir uns darüber gefreut haben und wie toll es ist, ein Eichhörnchen aus so kurzer Entfernung beobachten zu können. Ein anderes Eichhörnchen sahen wir jedoch nicht auf unseren Balkonen. Die sind wohl Mrs. Puschels Revier, oder die anderen Eichhörnchen haben den Weg zu uns noch nicht gefunden.
Natürlich achten wir bei unseren Beobachtungen und Fotoaktionen darauf, dass wir sie nicht stören, und warten wie die kleinen Spanner gespannt hinter dem verschlossenen Fenster darauf, dass sie auftaucht. Momentan in der Corona-Krise hat man dafür ja jede Menge Zeit, und Mrs. Puschel, das kleine rote Eichhörnchen, versüßt uns den Tag und heitert uns in dieser schwierigen Situation immer wieder auf. Man hat so glücklicherweise auch gar nicht das Bedürfnis, die Wohnung zu verlassen. Man könnte ja etwas im „Eichhörnchen-Fernsehen“ verpassen.
Ein paar Tage später war ich wieder auf dem Balkon zugange und habe ein paar Pflanzen umgetopft, als ich eine Bewegung bei Mrs. Puschels Kobel bemerkte. Doch es war nicht Mrs. Puschel, die aus ihrem Kobel kam. Die Nase, die sich vorsichtig aus dem Kobel schob, war deutlich kleiner. Und sie war braun.
Es blieb nicht bei einer kleinen Nase.
Drei kleine Baby-Eichhörnchen tauchten auf und setzten sich auf das Dach des Kobels. Von dort aus fingen sie an, zum ersten Mal die Welt außerhalb des Kobels zu erkunden und miteinander zu spielen. Noch waren sie ganz unbeholfen. Tapsig und etwas unsicher kletterten sie jeweils ein paar Zentimeter die Äste rund um den Kobel hinauf. Die nächsten Tage konnten wir beobachten, wie sich die Baby-Eichhörnchen weiter den Baum hinauf und hinunter trauten und immer besser klettern lernten. Wow, ich sage euch, es ist so unglaublich, solch ein Ereignis hautnah und aus nächster Nähe mitzuerleben.
Nicole Reimer
Dinkelsbühler Weg 4
86154 Augsburg
© Copyright Nicole Reimer 2026
Alle Fotografien auf dieser Website sind urheberrechtlich geschützt und ausschließlich zur Ansicht bestimmt. Eine unerlaubte Nutzung oder Vervielfältigung ist nicht gestattet.